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Idrotten vill

Die Jahreshauptversammlung des Schwedischen Sportbundes hat im Herbst 1995 ein neues Grundsatzprogramm beschlossen. Darin wurden u.a. für den Kindersport als Richtlinien festgelegt: Der Sport für Kinder soll spielerisch, allseitig sein und von den Bedürfnissen und Voraussetzungen der Mädchen und Jungen ausgehen sowie auf die unterschiedliche Entwicklungsverläufe Rücksicht nehmen. Der Kindersport sollte so gestaltet werden, daß die Mädchen und Jungen den Sport erlernen können und ihr ganzes Leben über daran Interesse haben. Kindersport sollte in erster Linie in der unmittelbaren Lebensumgebung der Kinder und mit einfachen Formen betrieben werden. Auch die Wettkampfaktivitäten sollten in erster Linie auf lokaler Ebene ablaufen und den Ergebnissen sollte nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Sportvereine sollen den Mädchen und Jungen eine kameradschaftliche und gesicherte soziale Atmosphäre bieten, in der sie sich entwickeln können und in der sie an der Gestaltung der Aktivitäten teilhaben können, damit sie sich daran gewöhnen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Sport für Kinder sollte von Verantwortlichen geleitet werden, die über grundlegende Kenntnisse zu körperlichen, psychischen und sozialen Entwicklung von Kindern besitzen. Kinder sollen bei ihren sportlichen Aktivitäten lernen, Rücksicht auf Kameraden und Übungsleiter zu nehmen und sie sollen die Bedeutung des reinen Spiels erkennen. Die Kinder sollen sich wohl fühlen, wenn sie mehrere sportliche Aktivitäten betreiben können und dazu in verschiedenen Vereinen sind. Deshalb soll der natürliche Saisoncharakter des Sports im Kindersport respektiert werden. Die Sportbewegung soll mit der Schule zusammenarbeiten und dabei die Lehrpläne und die Sportlehrerausbildung beeinflussen, um eine vielfältige und intresseweckende schulische Sportausbildung zu erreichen. Zum leistungsorientierten Kinder- und Jugendsport wurden folgende Richtlinienen beschlossen: Allen Mädchen und Jungen, die talentiert sind und die Ambition haben, soll die Möglichkeit eines seriösen leistungssportlichen Trainings- und Wettkampfbetriebs eingeräumt werden, und das unter sozial gesicherten Formen. Der Übergang zwischen Kinder- und Jugendsport soll schrittweise erfolgen und er soll Rücksicht auf die unterschiedlichen Anforderungen, Voraussetzungen und Entwicklungsverläufe von Mädchen und Jungen nehmen. Die Wettkampfaktivitäten für Mädchen und Jungen sollen so gestaltet werden, daß sie zu einer qualitativ guten und langfristigen sportlichen Entwicklung motivieren und einem vorzeitigen Karriereabbruch entgegenwirken. Die den Jungendsport in den Vereinen und Verbänden verantwortenden Leitern soll die Möglichkeit eingeräumt werden, ihre Kenntnisse zur Trainingsplanung im jeweiligen Sport sowie zur körperlichen, psychischen und sozialen Entwicklung der Mädchen und Jungen zu vertiefen. Das sog. "schwedische Modell", das die Möglichkeit der Kombination von leistungssportlichem Training und gymnasialer bzw. postgymnasialer Ausbildung anbietet, sollte weiterentwickelt werden, in dem die Arbeit der Sportgymnasien noch enger an das Fördersystem des Leistungssports angeschlossen wird. Leistungssport betreibende Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, sich Wissen über die Faktoren anzueignen, die ihren Sport beeinflussen und sie sollen in Fragen, die diese Faktoren berühren, mitbestimmen können. Der schwedische Jugendsport soll sich in Übereinstimmung mit den ethischen Werten des Sports entwickeln. Alle Beteiligten sollen aktiv gegen den Dopingmißbrauch und andere Regelverletzungen angehen und kontinuierlich diskutieren, wo die ethischen Grenzen bei den ständig verfeinerten Methoden, um bessere Leistungen zu erreichen, liegen. Zu Fragen der Forschung und Entwicklung wurde Folgendes beschlossen: Die Sportbewegung soll sich darum bemühen, den größtmöglichen Einfluß in den Organen zu erlangen, die Forschungen mit Sportbezug verantworten, um darauf Einfluß nehmen zu können, daß relevante Forschungen betrieben werden. Durch die Zusammenführung von Forschungsergebnissen mit den Erfahrungen in der praktischen Anwendung von Trainern und Übungsleitern bei sowohl gemeinsamen als auch sportspezifischen Entwicklungsarbeiten soll die Sportbewegung Verantwortung für ihre eigene Kompetenzentwicklung übernehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Sportbund und NOK mit den angeschlossenen Entwicklungszentren soll weiterentwickelt wer den. Gleichzeit soll geprüft werden, ob entsprechende Entwicklungszentren auch für andere wichtige Tätigkeitsbereiche der Sportbewegung eingerichtet werden. Die Sportbewegung soll Formen entwickeln, um Forschungsinformationen kontinuierlich zu den Trainern und Übungsleitern in den Vereinen vermittelt werden. Der Sportbund wird sich weiterhin für den Ausbau des Zentrums auf Bosön engagieren. Die Zusammenarbeit mit der Sporthochschule wird intensiviert, damit sie sich zu dem Zentrum entwickelt, um das herum das Leistungsförderungssystems des schwedischen Sports aufgebaut wird. Der Sportbund soll weiterhin die Zusammenarbeit mit Universitäten, anderen Hoch- schulen und Entwicklungszentren verbessern, die Forschung und Entwicklung in für den Sport relevanten Bereichen betreiben. Die Forschung zur Situation verschiedener Bevölkerungsgruppen in der Sportbewegung (Mädchen, Jungen, Frauen, Männern, Einwanderer, Behinderte u.a.) soll Priorität genießen.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:sport history and sport politics management and organisation of sport
Published in:Svensk Idrott
Language:Swedish
Published: 1996
Edition:Farsta (1996)1, Beilage "Idrotten vill - Verksamhetside och riktlinjer för idrottsrötelsen in i 2000-talet", 46 S.
Issue:1
Pages:1-46
Document types:article
Level:advanced intermediate