Kein Stress mit dem Stress. Tipps und Lösungen für mentale Stärke und psychische Gesundheit im wettkampforientierten Leistungssport
(No stress with the stress. Tipps and solutions for mental strength and psychic health in competition elite sport)
Vielleicht haben Sie solche oder ähnliche Situationen auch schon einmal erlebt: Eine Ihrer besten Spielerinnen hat sich vor einem wichtigen Turnier verletzt und bangt um die Teilnahme. Ein Spieler Ihrer Mannschaft wirkt seit Wochen abwesend und zeigt weder im Training noch im Wettkampf die gewünschte Leistung. Oder Sie nehmen bei einem Athleten Verhaltensweisen wahr, die Sie für eine psychische Erkrankung halten. Natürlich möchten Sie Ihrer Rolle gerecht werden, ein offenes Ohr für die Athletin oder den Athleten haben und sie zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten motivieren. Dabei die eigene psychische Gesundheit, und auch die Ihrer Schützlinge im Blick zu behalten, ist eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe. Häufig besteht Unsicherheit darüber, wie sich Fehlbelastungen vorbeugen lassen, wie mit psychisch überlasteten Athletinnen und Athleten umgegangen werden kann - und wie Sie Ihre Sportlerinnen und Sportler zu gesundheitsförderlichem Verhalten motivieren. Dies alles sollte nicht nur mit Spitzenleistung verträglich sein, sondern ist genau betrachtet auch die Grundlage für erfolgreichen Sport. An den beschriebenen Problemstellen setzt die vorliegende Handlungshilfe zur psychischen Gesundheit im wettkampforientierten Leistungssport an. Sie bietet Ihnen als Trainerin oder Trainer zu sechs relevanten Themen Hintergrundwissen. Am Ende jedes Kapitels finden Sie praxisorientierte Tipps und Lösungen, die Sie für sich ausprobieren und anwenden können. Denn häufig können schon kleine praktische Maßnahmen, die leicht umzusetzen sind, viel bewegen. Welche Lösungen für Sie geeignet sind, hat zum einen mit Ihnen selbst, Ihrem persönlichen Trainerstil und Ihren Vorlieben zu tun (bleiben Sie authentisch!). Darüber hinaus sollten Sie auch Ihre Athletinnen und Athleten so gut kennen, um einzuschätzen, welche Tools und Maßnahmen für sie am ehesten Erfolg versprechend sind. Alle Kapitel enthalten außerdem einen konkreten Praxisbezug - durch Interviews mit Trainerinnen und Trainern, aktiven und ehemaligen Sportlerinnen und Sportlern, Sportpsychologinnen und Sportpsychologen sowie Sportmanagerinnen und Sportmanagern. Die Inhalte dieser Handlungshilfe wurden sorgfältig und systematisch gewählt. Trotzdem können sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Der Sammelordner ist als Arbeitsinstrument gedacht, in dem Sie einzelne Kapitel separat lesen und die Tipps umsetzen können. Innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder kleine "Tools", die Sie - je nach Wunsch und Anlass - in den Trainingsalltag einbauen können. Keinesfalls müssen Sie alles lesen und erst recht nicht alles anwenden. Wir hoffen, dass Ihnen diese Handlungshilfe wertvolle Einblicke in die Strategien der Sportpsychologie gewährt und Tipps gibt, wie Sie Ihre Sportlerinnen und Sportler, aber auch sich selbst, wertschätzend und gesundheitsförderlich behandeln können. Leistungssport bietet bei allen Belastungen auch ein großes Potenzial für die psychische Gesundheit und zur Persönlichkeitsentwicklung von Sportlerinnen und Sportlern. Er macht ganz bestimmt nicht "per se" krank. Allerdings entstehen auch - und manchmal besonders im Spitzensport - Phänomene wie Stress, Konflikte, psychische Belastungen und Erkrankungen. Nicht zuletzt soll dieser Ordner daher das Bewusstsein für zentrale Aspekte der psychischen Gesundheit im leistungsorientierten Wettkampfsport stärken. Denn nur wenn Ihre Athletinnen und Athleten sowohl körperlich als auch psychisch gesund sind, können Sie die optimale Leistung bringen.
Der Praxisordner ist ein Gemeinschaftsprodukt des Deutschen Fußball-Bundes, der Deutschen Sporthochschule Köln, des Projekts Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt - psyGA, der Robert-Enke-Stiftung und der VBG. Das Projekt psyGA wird unter Federführung des BKK Dachverbandes durchgeführt, durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert und fachlich begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
- aus der Einleitung -
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stress
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mental training
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social sciences
academic training and research
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|---|---|
| Notations: | social sciences academic training and research |
| Language: | German |
| Published: |
Dortmund
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
2014
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| Pages: | 156 |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |