Indirekte Bestimmung des Erythrozytenalters bei männlichen Sportlern
Erythropoietin oder kurz EPO genannt, ein Medikament zur Steigerung der Erythropoese, gehört zu den Themen, die im nationalen und internationalen Spitzensport seit mehreren Jahren immer wieder intensiv diskutiert werden. Einer der Diskussionsschwerpunkte ist die Entwicklung einer verlässlichen Methode um festzustellen, ob sich Athleten des EPO-Dopings schuldig gemacht haben. Die besondere Schwierigkeit im Zusammenhang mit EPO besteht einerseits darin, dass dieses Protein auch ohne Doping natürlich im Körper gebildet wird und das Hormon andererseits eine sehr kurze Halbwertzeit besitzt. Letztlich ist bekannt, dass die Serum-EPO-Konzentration auch durch einen Aufenthalt in der Höhe gesteigert werden kann. Wegen dieser besonderen Schwierigkeiten konzentrieren sich die bisher entwickelten Analysemethoden auf indirekte Nachweise, haben aber noch keine vollkommen zuverlässige Trefferquote erreicht. Um diese weiter zu verbessern arbeitete der Autor im Rahmen seiner Dissertationsschrift an einem Verfahren, um das mittlere Alter der Erythrozyten zu ermitteln. Dazu wurde die Aktivität der erythrozytären Aspartataminotransferase (eAST), als einem indirekten Marker für das Alter von Erythrozyten bei Sportlern untersucht. Dem Arbeitsansatz liegt das Wissen zu Grunde, dass es durch eine gesteigerte Erythropoese, die einen Hinweis auf EPO-Doping liefern kann, zu einer Verjüngung der Erythrozytenpopulation kommt. Sportler aus verschiedenen Sportarten wurden hinsichtlich des Erythrozytenalters untersucht und mit Normalpopulationen verglichen. Für die Serum-EPO-Konzentration konnte zwischen den beiden Gruppen keine Differenz festgestellt werden. Auch wurde kein Beleg dafür gefunden, dass Sportler grundsätzlich über deutlich jüngere Erythrozytenpopulationen im Vergleich mit Untrainierten verfügen. Eine solche Aussage konnte aber im Zusammenhang mit der Durchführung von Höhentrainingslagern von Sportlern bestätigt werden. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass es durch den Einsatz einer EPO-Therapie (oder von EPO-Doping) zu einer Erhöhung der eAST-Aktivität kommen kann. Damit könnte eine Methode zur Verfügung stehen, um im Rahmen von Suchtests Sportlerinnen und Sportler zu ermitteln, die unter Verdacht stehen, EPO-Doping eingesetzt zu haben. Dieser Verdacht orientiert sich an geschlechtsspezifischen Referenzwerten, die im Normalfall nicht überschritten werden. Passiert dies doch, sollten die Betroffenen weiteren Untersuchungen unterzogen werden, um den Verdacht zu erhärten oder auszuräumen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Berlin
Logos Verlag
2005
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| Ausgabe: | Berlin: Logos, 2005.- 201 S. |
| Seiten: | 201 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |