Ot Tadzimy do Edwardsa

(Von Tadzima bis Edwards)

Zu Tendenzen der Technikentwicklung im Dreisprung. In der Entwicklungsgeschichte des Dreisprungs werden vier Etappen unterschieden: 1. Die Springer realisierten einen relativ weiten Hop mit hoher Flugbahn mit passivem Aufsetzen des Fußes zum nächsten Absprung, was einem "Übersteigen" von einem Bein auf das andere gleichkam. Der "Step" war lediglich Verbindungselement zwischen Hop und Jump. Mit dieser Technik wurden Weiten bis zu 15,30-15,60m erreicht. 2. In dieser Etappe erfolgte eine "Aktivierung" des Sprungstils, die von den Japanern ausging. Die Technik war gekennzeichnet von einer erhöhten Aktivität beim Aufsetzen des Fußes zum 2. und 3. Abdruck. Die Sportler bereiteten sich auf den Abdruck gezielt vor, beugten das Bein und hoben das Knie bereits während der Flugphase. Der Step wurde deutlich verbessert, es konnten Weiten um die 16m gesprungen werden. 3. In den 50er Jahren verbreiteten sich zwei Stile, die "vertikal-stoßend" und "gemäßigt" genannt werden. Ersterer Stil wurde insbesondere von den sowjetischen Springern gezeigt, charakterisitisch war der weite Hop, das hohe Anheben des Oberkörpers in den Flugphasen vor dem Aufsetzen und Abdrücken. Es erfolgte ein aktives Abstoßen von der Oberfläche. Dadurch konnte der Step weiter verlängert werden, gleichzeitig verringerte sich der Anteil des Jumps an der Gesamtleistung. Der "gemäßigte" Stil ist gekennzeichnet durch ein weicheres Aufsetzen und Abdrücken des Fußes ohne vorheriges großes Ausholen mit dem Oberkörper. Dies zielte auf die Beibehaltung der Geschwindigkeit in den Flugphasen ab und ermöglichte einen relativ weiten Jump. Im internationalen Maßstab konkurrierten beide Stile gleichermaßen erfolgreich. 4. In den 60er Jahren entwickelten sich wiederum drei Stile: der "vertikale", der "zusammengezogene" und der "Laufstil". Das Fehlen des "Schwungholens" mit dem Oberschenkel, das Anziehen des Unterschenkels an den Oberschenkel und das Aufstellen des Beines vertikal nach unten auf die Anlaufbahn sind charakteristisch für den vertikalen Stil. Die Springer, die diesen Stil praktizieren, zeichnen sich durch Schnelligkeit und ausgeprägte Schnellkraft aus. Beim "zusammengezogenen" Stil folgt dem hohen Schwungholen mit dem Oberschenkel das aktive Aufstellen des aufgespreizten Beines auf die Anlaufbahn mit einer zusammenziehenden Bewegung. Kraft- und Schnellkrafteigenschaften sind für diesen Stil Voraussetzung. Für den "Laufstil" ist der schnelle Ablauf des Dreisprungs charakteristisch. Die Hauptaufgabe für diesen Stil praktizierende Springer ist die Beibehaltung der Geschwindigkeit bis zum dritten Abdruck. Schnelligkeitseigenschaften sind daher die entscheidenden. Diese Überlegungen waren alle für Sprünge bis zu 18 m gültig. Mit seinen Leistungen über 18m springt jetzt jedoch der Brite J. Edwards auf neue Dimensionen zu. Verf. sind der Auffassung, daßdurchaus noch weitere Steigerungen der Anlaufgeschwindigkeit auf den letzten fünf Schritten möglich sind, dabei jedoch die Trajektorie des Sprunges zumindest gewahrt bleiben muß. Edwards repräsentiert den sogenannten "Sprung-Lauf-Stil" des Dreisprungs. Perspektivisch wird vom "Sprung-Lauf-Stil" mehr erwartet als vom "zusammengezogenen" Stil. Die Analyse der Sprünge Edwards' verdeutlicht, daß den Schnellkraftfähigkeitenäußerste Priorität zukommt, wobei der Schwerpunkt auf dem Part Schnelligkeit liegt. Die Auffassungen der Verf. werden durch die Realistät im Dreisprung der Frauen unterstützt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Legkaja Atletika
Sprache:Russisch
Veröffentlicht: 1996
Ausgabe:Moskva (1996)10, S. 25
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel