4004788

Sporttraumatologie des Kiefer- und Gesichtsbereichs

(Sportverletzungen des Kiefer- und Gesichtsbereiches)

Sportbedingte Verletzungen der Gesichtsschaedelknochen und der Gesichtsweichteile sind in den letzten 20 Jahren deutlich angestiegen. Sie liegen heute bei 13% aller Gesichtsverletzungen. Dies beruht offensichtlich auf der Tatsache, dass der sogen. Freizeitsport zugenommen hat. Im deutschen Sprachraum besteht weitgehend Konsens ueber Haeufigkeit, Ursachen und Therapie sportbedingter Verletzungen der Kiefer-Gesichtsregion. Grundsaetzlich koennen wir zwischen reinen Weichteilverletzungen, Frakturen des Gesichtsskelettes (Mittelgesicht und Unterkiefer), Zahnverletzungen sowie kombinierten Knochen- und Weichteilverletzungen unterscheiden. Gedeckte Schaedel-Hirntraumen stehen unter den Begleitverletzungen an erster Stelle. Die Sportarten mit den haeufigsten Verletzungen sind die Ballspiele (Fussball und Handball), wobei die Jochbeinregion am haeufigsten frakturiert. Die zweithaeufigste Knochenverletzung ist die Unterkieferfraktur. Frakturen werden heute vorwiegend operativ mit Plattenosteosynthesen versorgt. Der sogenannte Boxer-Mundschutz, der im Boxsport zur Vermeidung von Zahn- und Kieferfrakturen seit jeher benutzt wird, eignet sich in modifizierter Form auch zur Vermeidung von Zahn- und Weichteilverletzungen bei Kindern, die festsitzende kieferorthopaedische Apparaturen tragen. Reiter, Rad- und Motorradsportler sollten zum Schutz gegen Schaedel-Hirnverletzungen auf jeden Fall Helme tragen.
© Copyright 2000 Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. WWF-Verlagsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Englisch Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Jahrgang:51
Heft:1
Seiten:369-372
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel