Leistungssport mit Asthma

(Competitive sport with asthma)

Leistungssport wird mit dem ausdrücklichen Ziel betrieben Spitzenleistungen im internationalen Maßstab zu erzielen und im Regelfall an den entsprechenden Wettkämpfen (Weltcup, (inter-)nationale Meisterschaften, Olympischen Spiele) teilzunehmen. Athleten im Leistungssport, insbesondere im Ausdauer- und Schwimmsport, unterliegen dabei einem erhöhtem Risiko, Atemwegsprobleme wie zum Beispiel asthmatische Beschwerden (Atemnot, Husten, Giemen mit thorakaler Enge und vermehrtes Sekret) im Sinne eines Belastungsasthma (Exercise-induced asthma, EIA) zu entwickeln. Es beinhaltet im Regelfall auch eine durch die Belastung ausgelöste, messbare Bronchokonstriktion (Exercise-induced bronchoconstriction, EIB). Eine EIB kann, insbesondere im Leistungssport, ohne zugrunde liegendes Asthma bronchiale auftreten, liegt ein Asthma vor wird diese als EIBa (EIB bei bekanntem Asthma) bezeichnet. Pathophysiologisch bewirkt ein hohes Ventilationsaufkommen ein überproportionales Abkühlen (thermale Hypothese) und Feuchtigkeitsverlust der Atemwege (osmotische Hypothese). Hieraus resultiert eine Aktivierung von Entzündungszellen mit Mediatorenausschüttung, eine Vasokonstriktion der Bronchialgefäße mit sekundärer reaktiver Hyperämie und getriggert durch wiederkehrende Ereignisse Mikrotraumen der Basalmembran (Mikrotraumahypothese). Endstrecke ist eine chronische Entzündungsreaktion, die eosinophil allergisch mit meist früher Manifestation (Early onset phenotype, Typ 2) sowie neutrophil-(eosinophil) irritativ (Late onset phenotype, Non-Typ 2) bei später Manifestation dominiert sein kann. Die Diagnosestellung erfolgt durch die typische Anamnese und Lungenfunktionstestungen (Ruhe, Spasmolyse, Provokation (Metacholin, Belastung)). Ausdauer-, Schwimm- und Wintersport trägt das höchste Risiko, eine behandlungsbedürftige Problematik konnte bei bis zu 40% der Spitzenathleten festgestellt werden. Die relevanten Differenzialdiagnosen sind die (belastungsinduzierten) laryngealen Obstruktionen (EILO, zb VCD) (Leitsymptom inspiratorischer Stridor), die verminderte Fitness, das Übertraining sowie die dysfunktionelle Atmung. Die Basistherapie von EIB ist antientzündlich mittels inhalativen Steroiden, ggf. Montelukast, ergänzt falls notwendig durch inhalative ß2-Mimetika unter Berücksichtigung der Antidopingregeln bei Wettkampfathleten (nur Salbutamol, Formoterol, Salmeterol und Vilanterol erlaubt (Stand 06-2023)).
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Asthma
Veröffentlicht in:Atemwegs- und Lungenkrankheiten
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2023
Jahrgang:49
Seiten:614-622
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch